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am 22. September 2017

Manipulative Medien - Nachlese

Die Redaktion - Rückblick auf die Veranstaltung vom 18.9.2017

Ein sehr interessiertes Publikum versammelte sich am Montag im Café Kolschitzky um Helge Fahrnberger, Initiator von kobuk, und Dieter Brosz, Mediensprecher der Grünen, moderiert von Maria Zimmermann, Mitgründerin von Prozess.report, zu lauschen und zu diskutieren.

 

Falschmeldungen erkennen

  • Ein außergewöhnliches Ereignis wird nur aus einer Perspektive erzählt. Kein anderer Beteiligter kommt direkt selbst zu Wort, auch keine offizielle Stelle. (Das ist bereits der wichtigste Punkt. Ist er erfüllt, sollte man eine Story niemals teilen.)
  • Es wird ein menschlich völlig unbegreifliches Verhalten ohne schlüssige Motivation dargestellt, was in Räuberpistolen weitaus häufiger vorkommt als in der Realität.
  • Der Ablauf ist nicht plausibel oder erscheint lückenhaft. Warum z.B. wollte der somalische Ehemann das Opfer im Spital zur Rede stellen?
  • Die Geschichte wird von keinem einzigen seriösen Medium berichtet.
  • Die Berichterstattung wirkt ungenau und enthält Widersprüche. Eine im Artikel erkennbar „hübsche Frau“, die laut Jeannées „Wutbrief“ nebenan „vollverschleiert“ war?

Bei Bildern besteht außerdem die Möglichkeit der Reverse Image Search von Google.

https://support.google.com/websearch/answer/1325808?hl=de

Hältst du eine Meldung für gefaked, dann ist mimikama ein guter Tipp, um das zu überprüfen oder zu einen Verdachtsfall zu melden:

https://www.mimikama.at/

Qualitätsvolle (alternative) Medien erklären ihre Vorgehensweise, ihre Methoden und Positionen. Meinungen sind als solche gekennzeichnet. Ein aktueller Trend sind so genannte „Watch-Blogs“, die sich auf spezifische Themen konzentrieren und kritisch beobachten. Sie hinterfragen auf nachvollziehbare Weise die Art der Berichterstattung, zeigen Stärken sowie Schwächen auf.


Hassrede im Netz

Seit 15. September ist die offizielle und staatlich gestützte Meldestelle bei Zara aktiv. Betroffene von Beschimpfungen oder Bedrohungen können sich kostenlos beraten lassen. Die juristisch und psychosozial geschulten Mitarbeiter*innen der Stelle geben eine Ersteinschätzung zu den Inhalten ab, besprechen mit dir mögliche Handlungsoptionen sowie ein mögliches gemeinsames Vorgehen.

​TIPP: Stell dir die Frage, ist diese Schlagzeile, diese Nachricht in ein oder zwei Wochen noch relevant für mich?

TIPP: Diskussionen auf Social Media sind ähnlich wie Diskussionen am Wirtshaustisch – wenn es zu viel wird, kannst du aufstehen und gehen.

TIPP: Was im Netz passiert ist real. Daher gelten auch dafür Gesetze. Beleidigungen zB sind strafbar. Oft hilft es, das Gegenüber daran zu erinnern, damit Belästigungen aufhören.
 
 

Linktipps

Kobuk: https://www.kobuk.at/

Bildblog: http://www.bildblog.de/​ (Deutschland)

Uebermeden: http://uebermedien.de/ (Deutschland)​

Prozessreport: https://prozess.report/category/blog/

CounterAct – Initiative gegen Hass im Netz: https://www.counteract.or.at/act/


v.l.n.r.: Johann Gansterer, Bernd Sochurek, Andreas Löffler, Moderatorin Maria Zimmermann (Prozess.Report), Michael Diller-Hnelozub, Abg.z.NR Dieter Brosz und Kobuk-Gründer und Medienexperte Helge Fahrnberger